Binneralpe Sommer 2016

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Die Kuh Arnika kam mich am 18. Juni, dem Tag des Auftriebs, als erstes besuchen.

Was mir z. B. bei der Arbeit so durch den Kopf geht … :

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(Text ist in Arbeit…)

Was mir im Käsekeller so durch den Kopf geht

Zwei unendlich lange Lichtstrahlen mit einer gewissen Breite kreuzen sich im 90 Grad Winkel. Ich bewegen den vertikalen Lichtstrahl (wie bei einer Schere) über den Kreuzungspunkt gleichmäßig immer langsamer werdend in die Horizontale und erhalte eine endlos lang andauernde Beschleunigung des Schnittpunktes in die Unendlichkeit (Für die konkrete Anschaulichkeit; Schere nehmen, gleichmäßig schließen und den gedachten Schnittpunkt über die Schere hinaus beobachten). Beim Wachstum von Vitalität, Vielseitigkeit, Komplexität, Ausdifferenzierung und Kostbarkeit des Lebens, hat es sich in Annäherung und dem Prinzip nach ebenfalls in dieser Weise verhalten, so wie es auch beim Wachstum von Intelligenz, Bildung, Kunst und Kultur sein kann und über weite Strecken gewesen ist: Die Räume und Zeiten von Genauigkeit, Stimmung, Ton, Rhythmus, Farbe, Linie, Schattierung usw., werden immer kleiner und ausdifferenzierter, die Wirkung dagegen wird immer größer. So z. B. bei der Stimmung eines Musikinstrumentes oder eines ganzen Orchesters. Beschreiben wir die eine Linie mit Verantwortung, Feinmotorik, Langsamkeit, dem Maßvollen aufmerksamen, scharfsinnigen, vielseitigen, ausdifferenzierten usw., beschreibt der Schnittpunkt beider Linien einen Exzess an Geschwindigkeit, Empfindung, Leidenschaft, Sinnlichkeit, Fülle, Substanz, Qualität, Ausdifferenzierung …

Sehen wir einem Snookerspieler zu und rechnen aus, in welcher Winzigkeit sich die Abweichung an Kraft, Punkt und Winkel befinden muss, in welcher er die Kugel anstößt, um die errechnete Stellung zu erhalten.1 Rechnen wir nach der gleichen Methode, wie ein Geiger sein in der größter Meisterschaft gefertigtes Instrument über die ganze Länge eines Konzertes anspielt, mit höchster Genauigkeit nicht zu lang, nicht zu kurz, nicht zu laut und nicht zu leise, zu voll oder zu schlank usw. in Übereinstimmung und in Kontrapunkt zu seinem Orchester ein ganzes ungeheuerliches Spektrum erreicht und ausfüllt.2 Energie und Ressourcen allerdings, die eine solche Aufführung erfordert, braucht nicht größer zu sein als das was unsere Körper und das Leben um uns her ohnehin im Durchlauf des Stoffwechsels brauchen, um ihre Vitalität zu erhalten und immer neu zu erzeugen.

Oder z. B. bei der Zellteilung und Ausformung einer Pflanze, die im Gegensatz zum Umfang ihres Wachstums und ihrer Biotopsymbiose nur einen lächerlichen Teil von Ressourcen nutzt und diese noch dazu in der Summe veredelt, gereinigt, umgewandelt und komplexer und wertvoller gemacht, in die Spirale der Evolution des Lebens wieder einfügt. Denken wir uns eine Kanne Wasser, errechnen seine Außenfläche und dann ihr Wachstum und schließliches Ausmaß, wenn es von einer Pflanze aufgenommen wird, durch und hinein in ihre feinsten und allerfeinsten Kapillaren fließt und durch Photosynthese anteilig in seine Moleküle und Atome zerlegt wird.1 Das Volumen des Wassers nimmt also nur Anfangs und zu Beginn des Wachstums der Pflanze relativ schnell zu, nähert sich aber in bestimmter Relation und gegenläufig zur exorbitanten Beschleunigung der Zunahme seiner Oberfläche, einem niedrigen Status Quo an. Allein was die Anzahl und Mischung chemischer Stoffe, Varianten und Wechselwirkungen so wie Vielfalt und Ausdifferenzierung einer einzigen Pflanze und noch weit mehr die Symbiose mit ihrem Biotop betrifft, dürfen wir von ihr als (analoges) Wesen, gut begründet von Endlosigkeit sprechen. Auch zeitlich wird sie produktiver Teil des potentiell unsterblichen Lebens, indem sie rechtzeitig und im richtigen Tempo und Rhythmus wächst, aufhört zu wachsen und vergeht. Eingebetet in ein richtiges Biotop, ist die Ressourcennutzung einer Pflanze das diametrale Gegenteil von dem, was wir z. B. bei einem Verbrennungsmotor im destruktivsten Sinne Verbrauch nennen müssen: Feinstaub oder Kohlendioxyd sind in Boden, Atmosphäre und Organismen nicht nur von keinerlei Nutzen sonder richten in ihnen in diesem Übermaß viel Schaden und Zerstörung an.

(Vielleicht ein Kasten?:) Im Gegensatz zum Jagen und Sammeln, haben Menschen bis vor etwa 150 Jahren durch Landwirtschaft insgesamt zur Evolution des Lebens, soll heißen, zu Humusbildung, Biodiversität und anderen Ressourcen beigetragen und es sind in der Summe weniger durch sie verloren gegangen. Auf ihrer Grundlage sind Bildung, Wissenschaft, Kultur, Kunst und Musik regelrecht explodiert. Kapitalismus und Industrialisierung als Teil und Multiplikator solcher Entwicklungen, haben sie zugleich und von Beginn an umgekehrt und in der Summe bis heute verarmen lassen und zu Monokultur und Zentralisierung geführt. … Würden (in Anlehnung an das Bild der Parallele) die Entwicklungen nicht so überdrehen und umschlagen, würden auf solchen Grundlagen die Ausdehnung des Lebens hinein in die Endlosigkeit von Raum und Zeit, immer realistischer:

Nehmen wir einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Wasser- oder Windrad vor 150 Jahren und entwickeln seine Technologie und seine Tierhaltung, seine Anbaumethoden, Arten- und Sortenzucht in jenem richtigen Tempo weiter, interdisziplinär, nicht zu schnell nicht zu langsam, nicht zu vorsichtig oder unvorsichtig, mutig oder ängstlich, immer an einem Limit, an dem wir uns bilden ohne die Fähigkeit zu verlieren, Veränderungen, Neuerungen und Ideen in ihrem Zusammenhängen zu begreifen und zu verantworten. Dies veranschaulicht zugleich sehr schön, warum eine Bremsung und Langsamkeit von Fortschritt, eine exorbitante Beschleunigung von Intelligenz, Bildung, Kultur, Empfindung usw. sein kann! Keinerlei Energie oder Ressourcen verbrauchen sich mehr im Sinne davon, dass sie verloren wären für Erhaltung und Evolution von Leben und Natur oder gar ihre Fruchtbarkeit, Vitalität und Diversität zerstören würden. Sie tragen mehrheitlich und in der Summe viel mehr zu ihnen bei! Entgegen der völlig albernen Attitüde von Realismus und Desillusioniertheit vieler Umweltschützer und Ökologen, ist die Erzeugung dieser Artenvielfalt und solcher Ressourcen sehr wohl zurückgegangen auf Menschen, und Ihre Erhaltung und weitere Evolution ist von uns abhängig! Leben und Natur kann in diesem Sinne auf unsere Fähigkeiten der Reflexion ebenso wenig verzichten, wie auf irgendwelche andere Lebewesen in den Nahrungsketten und Zusammenhängen ihrer Biotope.

Die langfristige Perspektive und Möglichkeit, auf einer solchen Grundlage der Langsamkeit, Sorgfalt, Umsicht und Verantwortung, andere Planeten und noch viel langfristiger den interstellaren und intergalaktischen Raum zu erschließen, ist durchaus nicht so fiktional und phantastisch, wenn wir beachten, dass es uns möglich war innerhalb sehr kurzer Zeiträume den Mond und betreten und Sonden zum Mars, zu weiteren Planeten und schließlich in den interstellaren Raum fliegen zu lassen. Ich beschreibe das nicht mit der Intention, Planung und Umsetzung solcher Missionen etwa auch durch einen übermäßigen Verbrauch und die Zerstörung von Lebensbedingungen zu forcieren! Wir können sollten uns im Gegenteil mit ihnen sehr viel mehr Zeit lassen und uns umgekehrt und zuerst sehr viel mehr um die Lebensräume und Grundlagen dieses Planeten kümmern und unsere sozialen und zwischenmenschlichen Probleme lösen. Diese sind ja ohnehin offenbar ursprüngliche und wesentliche Ursache für die Evolution von Intelligenz und damit also ebenso essentieller Teil aller menschlichen und realistischen Perspektiven technischer Entwicklung und Realisierung.

Ich will viel mehr darauf hinweisen, wie groß die Chance und Verantwortung gegenüber einer ungeheuer großen Zahl von Lebewesen und Menschen ist, die durch solch maßvolle Entwicklungen Ihr Sein erhalten können, auch dann wenn die Sonne längst unserem Planeten zu nahe gekommen ist. Unser Leben wird in dieser Weise unsterblich und endlos hinein in Raum und Zeit. Eine spirituelle oder religiös-übersinnliche Konstruktion und Phantasterei, ist für solche Visionen und Träumereien nicht erforderlich sondern als halluzinierter Blödsinn viel eher ein Hindernis. (Kasten Ende?)

Jede Pflanze und jedes Tier hat sein kleines Fenster mehr oder weniger weit in die Endlosigkeit des Lebens aufgestoßen, indem es nah oder sehr nah sich der Parallele annäherte, oder sagen wir über sie hinausschoss, und doch in der Summe sein Gleichgewicht aus Durchsetzung und Integration,2 nah bei ihr gefunden hat.

Diese exponentielle Entwicklungs- und Wachstumskurve, hat sich (als Funktion) innerhalb der Evolution des Lebens immer wieder abgespielt, wobei ich mit dieser (mathematischen) Abbildung vor allem veranschaulichen will, dass das Konstruktive und also das was wirklich in die Endlosigkeit an Leben, in Zeit und Raum, in Vielfalt, Vitalität, Ausdifferenzierung usw. führt, jene Bewegung ist, die immer langsamer (und schließlich unendlich langsam), kleiner und genauer bzw. verantwortlicher und feinmotorischer werden muss um gegenläufig unendlich lange eine unendliche Beschleunigung des Schnittpunktes erzeugen zu können. Ist sie in Annäherung an die Parallele, auch nur eine Winzigkeit zu schnell, verfehlt oder überschreitet sie den Schnittpunkt, hat nur einen winzigsten Moment die Endlosigkeit erreicht und ebenso schnell wieder verloren. Wir können konkreter und lebensnaher von einer Entwicklung und einem Lernprozess sprechen, in welchen ich lerne immer feinmotorischer, sorgfältiger, energie- und ressourcenärmer, nachempfundener und reflektierter mich der Parallele annähere, den Schnittpunk vor- und zurückschnellen lasse, indem ich die Bewegung zurücknehme oder sie sachte darüber hinaus geht.
Das (grüne!) Wachstum des Lebens selbst nur auf diesem Planeten hinein in Lebendigkeit, Vielfalt, Ausgleich, Differenzierung und auch Intelligenz, Scharfsinnigkeit, Sensibilität oder Bildung, Kunst, Kultur und sozialer Interaktion und Zwischenmenschlichkeit, ist daher prinzipiell nicht begrenzt, sondern grenzenlos!

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