Rechtfertigung und Legitimierung des Fleischessens

Aus Anlass der öffentlichen Forderungen von Armin Pfahl-Traughber: „Fleischesser sollen sich rechtfertigen!“(1)

Bitte auch zu beachten: Kuhglocken und Käsekelle gegen Massentierhaltung und Agrarindustrie & Entlassen in Verarmung, Verödung und Leblosigkeit

Es ist legitim und zu rechtfertigen Milch- und Fleischprodukte aus agrarökologischer extensiver Wiesen- und Weidehaltung zu konsumieren: Durch einen solchen Konsum erhalten sehr viel mehr sehr verschiedenen Pflanzen, Tiere und auch Menschen ihr Leben, ihr Wohl und ihren Freiraum, als ohne ihn. Die Nachfrage nach Produkten einer solchen Qualität ist in vielen Fällen die weit wirksamere Rebellion gegen das Aussterben als eine Nachfrage nach vegetarischen oder rein pflanzlichen Produkten. Pauschalisierungen und ein generelles Ablehnen und Verurteilen des Fleischessens, bzw. von Tierhaltung z. B. durch Armin Pfahl-Traughber, sind schon Teil jener Verarmung, jenes Sterbens und Aussterben an Flora und Fauna, angefangen vom Mikrokosmos in Darm und Schleimhäuten bei Tier und Mensch, bis zu den Macro- Biotopen und Lebensräumen von Boden, Wasser und Luft.(2)

Menschen haben mit ihrer Landwirtschaft „im großen Maßtab“(3) in die Evolution des Lebens investiert, wurden durch sie zur Bedingung einer Unzahl und Vielfalt an wilden und nichtwilden Pflanzen und Tieren(2) und notwendiger Teil einer solchen Agrarökologie war und ist fast immer auch eine maßvolle Tierhaltung.

Es lässt sich zwar ziemlich gesund leben ohne Fleisch (und entsprechend einem gewissen Mehr an Milchprodukten und Eiern!), allerdings mit ein wenig Fleisch (und nicht ganz so viel Eiern und Milchprodukten) noch sicher um einiges vielseitiger und gesünder.(4) Wenn zudem eine maßvolle Nachfrage und der Konsum von Fleisch aus agrarökologischer extensiver Wiesen- und Weidehaltung Leben, Vielfalt und Freiheit einer so großen Anzahl und Vielfalt von Pflanzen und Tieren überhaupt erst ermöglicht,(2) ist es um so mehr unverantwortlich, Kindern in ihrer Wachstumsphase die besondere Dichte und Qualität an Nährstoffen vorzuenthalten.

Fleisch hat als Nahrungsmittel und in seiner Produktion so oder so eine erhebliche Wirkung. Entsprechend führt es unter massivem Missbrauch zu ebenso massiver Zerstörung, wie es durch intelligente und maßvolle Anwendung in der Summe zu Klimagassenken(5) und zu einer regelrechten Explosion an Vielfalt, Vitalität, Freiraum und Leben führen kann und auch geführt hat.(2) Die (Über)Dosis und Quantität macht das Gift – ein maßvoll-qualitatives Limit das Heilmittel. Wie so oft ist nicht das kleine und mickrige „ob Fleisch“ entscheidend, sondern viel mehr die großen Ws: Wie viel, Welche Qualität bzw. Was für eine Haltung, Welche und Wie viel Verarbeitung, Wie viele Tiere, Was für (Grün)Land, Welches Futter, Was für eine Kompostierung und vieles mehr.

Eine „fleischlose Ernährung“(1) hat objektiv, umfassend und differenziert formuliert keinesfalls generell zur Folge, dass „mehr Flächen für den Lebensmittelanbau entstehen“, es „zu einer Reduzierung der Treibhausgase und des Wasserverbrauchs kommen würde“ und „zu einer Besserung der menschlichen Gesundheit“ führt. Sie führt auch nicht generell und notwendig zu einer „Minimierung des Leidens von Tieren.“ Pfahl-Traughber und die ZDF-Redaktion disqualifizieren sich mit solch populären Generalisierungen.

Eine Ernährung mit relative wenig qualitativ-hochwertigen Milch- und Fleischprodukten erzeugt und (re)produziert im Gegenteil Flächen für den Lebensmittelanbau, führt zu Treibhausgassenken, stabilisiert Wasserkreislauf und Wasserspeicherung im Boden und ist Teil einer gesunden und vielseitigen und auch notwendigen Ernährung insbesondere für Kinder. Ebenso erzeugt und (re)produziert eine Nachfrage nach Fleisch einer solchen Qualität und Herkunft Leben, Freiraum und Wohl einer viel höheren Anzahl und Vielfalt von Pflanzen, Tieren und auch Menschen, als das Nachlassen oder Fehlen einer solchen Nachfrage.

Ich fordere von der ZDF-Redaktion und von Pfahl-Traughber eine Rechtfertigung dafür, warum Sie Fleischverzehr und Tierhaltung so pauschal verurteilen und ablehnen (lassen). Eine solche en vogue gewordene Stimmungsmache(6) richtet sich gegen Vitalität, Freiheit, Wohl und Leben einer sehr hohen Anzahl wilder und nichtwilder Pflanzen und Tiere.

Nutztiere und ihre Kulturlandschaft

Jungtier auf der Binneralpe nach dem ersten Schnee

Durch die richtige Anzahl von Tieren auf einer Alpe, werden Ressourcen stabilisiert und erzeugt (vergl. a.: Pastoralismus – Wikipedia bzw. (2))

Schweine sind neugierig, intelligent und kommunikativ

Gegenseitiges Interesse zwischen Tier und Mensch auch auf dem Hofgut-Oberfeld – Als horntragendes Tier und auch als Schwarzbuntes Niederrungsrind, ist es vom Aussterben bedroht.

Im Spätsommer verlassen die Kühe Alpe Blumatt


1Fleischeslust und ihre Folgen – „Vorgeschichte des Schnitzels wird verdrängt“ zdf.de 18.09.2019 17:17 Uhr, Soziologe fordert: Fleischesser sollen sich rechtfertigen nordbayern.de 28.11.2018 11:17 Uhr & humanistisch.net 1. Januar 2019

2 – „In vielen Regionen Deutschlands haben Tierhaltung und standortgerechte Beweidung nicht nur Landschaften geprägt, sondern auch zu einer enormen Artenvielfalt in der Kulturlandschaft geführt. Im Naturschutz und in der Landschaftspflege gilt die Beweidung auch heute noch als wichtigste Nutzungs- und zugleich Pflegeform, um kostengünstig den Erhalt von Artenvielfalt und Landschaftsschutz zu verbinden. …“ Extensive Beweidung – mehr als Landschaftspflege! Deutscher Verband für Landschaftspflege

Vergl. a.: Entlassen in Verarmung, Verödung und Leblosigkeit bzw. Fußnote 1:

Biologische Vielfalt in Gefahr – Bekassine, Kiebitz und Knabenkraut verlieren Lebensraum – NABU

„Für jede zweite in Deutschland vorkommende Art ist das Grünland ein unverzichtbarer Lebensraum. Wiesen und Weiden dienen der Nahrungssuche und sind Ort der Ruhe, Paarung, Nist und Jungenaufzucht.“ „Die Artenvielfalt auf Wiesen und Weiden ist immens. … Hierzulande kommen im Grünland mehr als 2.000 höhere Pflanzen vor. … Das große Spektrum an Pflanzen bietet die Grundlage für eine ebenfalls vielfältige Fauna. Auf wenigen Quadratmetern können mehrere Hundert verschiedene Insekten und Spinnen vorkommen. … Von ebenso großer Bedeutung ist dieses Biotop für am Boden brütende Vögel. …“

„Jeder der Wiesentypen ist einzigartig in seiner Tier- und Pflanzenwelt. Auf Feuchtwiesen leben etwa 3.500 Tierarten. Geschützte Reptilien, wie Ringelnatter, Kreuzotter oder Waldeidechse genießen die sonnenexponierten Flecken, während sich Amphibien wie Laubfrosch, Moorfrosch und Rotbauchunke im Feuchten am wohlsten fühlen. Zwischen Kohldistel, Schlangenknöterich und hunderten knallig-gelber Troll- und Sumpfdotterblumen staksen Weißstorch und Großer Brachvogel durchs kühle Nass … Die größte Vielfalt findet sich in der Insektenwelt wieder. Heuschrecken und Schmetterlinge sind neben Bienen und Hummeln besonders auf artenreiches Grünland angewiesen. Mit ihren spezifischen Lebensraumansprüchen reagieren sie sensibel auf kleinste Veränderungen ihrer Umwelt und spielen eine Schlüsselrolle im Lebensraumkomplex Wiese. Viele Schmetterlinge benötigen zur Fortpflanzung eine ganz bestimmte Pflanze (Moorbläuling/ Großer Wiesenknopf). Oft sind die Raupen auf eine bestimmte Futterpflanze angewiesen, die in ausreichender Menge vorhanden sein muss (Esparsette-Bläuling/ Esparsette oder Apollofalter/ Fetthenne). Verschwinden die Futterpflanzen durch Intensivierung oder Verbuschung verschwinden auch die Falter.“ BUND: Wiesen und Weiden sind bunte Oasen der Artenvielfalt

„In Mitteleuropa zählen Feuchtwiesen zu den artenreichsten Biotopen. Hier gelten sie als Halbkulturformationen, die durch menschliche Nutzung infolge der landwirtschaftlichen Produktion von Streu und Futter für die Nutzviehhaltung entstanden sind. Sie tragen wesentlich zur Ausprägung der mitteleuropäischen Kulturlandschaft bei. Sie müssen bewirtschaftet werden, da die Sukzession zur Ausbildung von Hochstaudenfluren, später Gebüschen und schließlich zu Wäldern führen würde.“ Wikipedia – Feuchtwiese
„Extensiv genutztes Grünland besitzt ein überaus hohe Bedeutung für den Erhalt der biologischen Vielfalt sowie den Gewässer-, Boden- und Klimaschutz.“ Grünlandpflege und Klimaschutz – NABU

„Die Bedeutung der Ackerflächen als Lebensraum für Wildtiere wird häufig unterschätzt. Dabei sagen schon die Namen vieler Wildtiere – Feldlerche, Feldhase, Kornweihe – wie wichtig Ackerflächen für den Artenschutz sind.“ Ackern für die Artenvielfalt – Natur Land Stiftung

„Weltweit entstand (durch züchterische Maßnahmen) so eine große Vielfalt von Arten, auch als Agro-Biodiversität bezeichnet. Diese Agro-Biodiversität umfasst jedoch nicht nur die vom Menschen direkt und gezielt ausgewählten Arten, sondern auch Arten, die sich parallel in den von Menschen geschaffenen Landschaften entwickelten.“ + „Die Erzeugung von Milch und Fleisch ging einher mit einer Weide- und Wiesenwirtschaft. Gerade auf diesen Flächen entwickelte sich eine große Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren.“ Biodiversität und Landwirtschaft – Helmhotz Zentrum für Umweltforschung
„Kein anderer Lebensraum als (Kultur)Wiesen und Weiden, beherbergt derart viele Tier- und Pflanzenarten.“ Natruwissenschaften Schweiz – Hotspot 18/08 Trockenwiesen und -weiden

„… Die Oberpfalz gilt als Zentrum der deutschen Teichwirtschaft. Die ist nicht nur unterhalb des Wasserspiegels ein Hotspot der biologischen Vielfalt. An den Bächerteichen leben auf und neben dem Wasser etwa zehn Füchse, dazu Kreuzottern, Gelbbauchunken, Feuersalamander, Moorfrösche, Haubentaucher, Blesshühner, massenhaft Libellen, Falter und viele andere Tiere. Bei den Rote-Liste-Arten böten die Teiche sogar eine größere Vielfalt als die Flussauen, sagt Martin Oberle, Karpfenexperte der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft. …“ Slow Food Teichwirtschaft: Das große Abfischen

Pastoralismus – Wikipedia: “ … Neuere Untersuchungen belegen, dass die Aufgabe der Weidenutzung („overrest“[3]) in Trockenräumen nicht selten negativere Folgen für die Ökosysteme hat als die Überweidung.[4][5] Das in längeren Abständen wiederholte kurzzeitige intensive Abweiden mit Viehtritt und Dung der Tiere sind ausgesprochen positive Aspekte der Dynamik von Trockenbiomen, denn sie fördern einerseits den Wachstumsimpuls, das Wurzelwachstum und die Widerstandskraft der Pflanzen, andererseits die Humusbildung, Bodenfruchtbarkeit und Wasseraufnahme und -speicherfähigkeit. …“[6][7][8]

3 – „Die klimatische Stabilität des seit der letzten Eiszeit herrschenden Erdzeitalters, des Holozän, habe die Menschheit erstmals dazu veranlasst, „in großem Maßstab in ihre Umwelt zu investieren, anstatt sie lediglich auszubeuten“, sprich Land- und Forstwirtschaft zu betreiben.“ Wege aus der Hungerkrise – Weltagrarbericht S. 20

4 – vergl. a.: „Biologe: Der Mensch braucht Fleisch“ „Ohne Fleischverzehr hätte sich aus dem Affen kein Mensch entwickeln können, sagt der Naturhistoriker Josef Reichholf. Grund dafür sei vor allem der Protein-Bedarf des menschlichen Gehirns.“ Deutschlandfunk Kultur 20.01.2011 Vergl. d. a.:

Nervensubstanz heranwachsen zu lassen und zu erhalten, ist sehr aufwendig. … (es) erfordert ungefähr zehnmal soviel Energie wie die Muskeltätigkeit und wenn Neuronen wirklich feuern, ist der Aufwand sogar noch beträchtlich höher. Wegen seines Energiebedarfs funktioniert das Gehirn am besten, wenn es mit qualitativ hochwertiger Nahrung gefüttert wird. Ein solcher Qualitätsanstieg war der Übergang von der Ernährung eines Schimpansen, die vorwiegend aus Blättern, Pflanzenschösslingen, Früchten sowie gelegentlich einer Nuss oder einem Kleinaffen besteht, zur Ernährung eines Homininen, mit wachsenden Mengen an tierischem Protein, und je weiter unser Gehirn heranwuchs desto stärker entwickelte sich unser Geschmack für Fleisch. Außerdem wuchs das große Gehirn auf Kosten eines anderen großen Organs, nämlich des Darms. … (Evolution, Denken, Kultur S. 123 u. 124)

Harald Lesch und Harald Zaun zu diesem Thema: Zweifelsohne standen die allerersten Anfänge der Sprache mit der Entwicklung des Gehirns in direktem Zusammenhang. Die Sprache fand Gehör, weil ab dem Pleistozän, also vor ungefähr 2 Millionen Jahren, das Leistungsvermögen des menschlichen Gehirns in Folge seiner Massenzunahme und besseren neuronalen Vernetzung, allmählich stieg. … Hierbei kam es zu einem Rückkopplungs- bzw. Synergieeffekt: Eine vermehrte Proteinzufuhr in Form von tierischen Fleisch, das Homo Habilis mittlerweile verstärkt konsumierte, förderte die Zunahme seiner Gehirnmasse, wobei der größer gewordene Denkapperat wiederum selbst verstärkt nach einer vermehrten Eiweißzufuhr verlangte. Die menschliche, letzten Endes sogar die ganze biologisch Evolution ist ohne eine angemessene Reflexion solcher Rückkopplungen nicht zu verstehen. &:

Im Vergleich zum Homo habilis, …, gefiel sich Homo erectus in der Rolle des exzessiven Fleischessers, … Angesichts der aufgetischten Innereinen, des Fetts und Muskelfleischs … So wenig appetitlich die Speisen anno dazumal … gewesen sein mögen, so sehr war ihre Zusammenstellung für den Fortgang der menschlichen Evolution von zentraler Bedeutung. Der permanente Verzehr von tierischem Eiweiß bescherte Homo erectus ein Gehirn von 1100 bis 1300 Kubikzentimetern Volumen … Es war eben dieser maßlose Verbrauch von Fleisch, der die materiellen Grundlgen für die Ausbildung des menschlichen Bewusstseins legte. … (Die kürzeste Geschichte allen Lebens S. 177)

„Sie sollten möglichst vielseitig und natürlich essen – denn die Vielfalt erhält uns gesund. Der Mensch ist evolutionär nun mal ein Alesesser, daher gehört für mich auch Fleisch dazu. Das kann man aus ethischen Gründen zwar ablehnen, nicht aber aus gesundheitlichen.“ Dr. Viola Andresen, Internistin – GEO Wissen Nr. 12 S. 34  „Viele pflanzliche und wenige, aber dafür gute tierische Produkte sowie eine maximale Vielfalt sind das Geheimnis toskanischer, chinesischer, indischer, französischer wie orientalischer Spitzenköche, …“ Wege aus der Hungerkrise – Weltagrarbericht S. 10

5 – vergl.: „Grünland bedeckt ca. 40 % der weltweiten Landfläche. Durch nachhaltige Weidehaltung wird Kohlenstoff als Humus im Boden gespeichert und fördert so die Bodenfruchtbarkeit. Dabei entlastet jede zusätzliche Tonne Humus im Boden die Atmosphäre um ca. 1, 8 t CO2.“ Die Kuh ist kein Klima-Killer 7. Auflage 2019 Umschlag & „Wiederkäuer haben sich in Co-Evolution mit Graslandschaften entwickelt. In Prärien und Tundren schufen sie über Jahrtausende fruchtbare Schwarzerden und trugen dazu bei, dass weltweit ein Drittel des globalen Kohlenstoffs im Grasland gespeichert ist. Diese Systeme sind weitgehend verloren, doch regional kann man sie erneuern, mit der Hilfe von Schafen und Rindviechern.“ Fladen des Lebens – DIE ZEIT 10. Juli 2019 „Extensivweiden weisen eine große Biodiversität auf. Zudem fixiert der Boden unter Weideland besonders viel Kohlenstoff.“ Ökosystem Alp von Gereon Janzing Zalp-Magazin Sommer 2019

6Nutztierhaltung or not:

Wir Milch- und FleischproduzentInnen sehen uns (erneut!) gerade von VegetarierInnen und VeganerInnen zu Recht und Unrecht drängenden Fragen und harter Kritik ausgesetzt. In der Ausgabe 02/2013 verhandelte das Greenpeace-Magazin das Thema unter dem Titel «Die Besseresser. Warum sich Vegetarier und Veganer klüger ernähren». Das macht ja schon mal neugierig – und wirklich, die Autorinnen sind mit uns Hirtinnen und Käsern nicht zimperlich: «Es trügt nicht. Die Nutztierhaltung verschlingt massenhaft Ressourcen », «Viehhaltung schluckt Unmengen Wasser», «Wer Fleisch von seiner Speisekarte streicht, reduziert den Ökofussabdruck seiner Nahrung um die Hälfte», «Schwer wiegt das seelische Leid der Tiere».

Sollten wir denken, «es sei vertretbar, Tiere als Nahrungsquelle zu halten», erliegen wir der Annahme, «dass ein früher Tod ihnen nichts ausmacht». – Und: «Nein, Biofleisch ist keine Lösung, sondern eine PR-Antwort der Agrarindustrie» (Melanie Joy, Psycho- und Soziologieprofessorin). Wer sich nach diesen Austeilungen noch nicht verkrochen hat oder vielleicht dachte, als «sorgloser Vegetarier» davonzukommen, den wird es kalt erwischen, dass «ganz einfach» auch «Milch zur Tötungsmaschine» gehört.

Die Albert-Schweitzer-Stiftung für unsere Mitwelt sorgt im gleichen Ton mit ihrer Broschüre «Selbst wenn Sie Fleisch mögen …» so richtig für Stimmung: Ob bio oder nicht, auch der geschäftsführende Vorstand Mahi Klosterhalfen findet in keiner Art von Nutztierhaltung «die Lösung» und lässt unter Tierfreundlichkeit allein die Form rein pflanzlicher Ernährung gelten, und er möchte zeigen, «wie leicht auch uns» die Entscheidung dazu fallen kann

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2 Kommentare zu Rechtfertigung und Legitimierung des Fleischessens

  1. Michael sagt:

    Die Redaktion von zdf.de lässt Armin Pfahl-Traughber auf ihrer Website fordern, dass Fleischesser sich rechtfertigen sollen. Allerdings ist sie an einer solchen trotz vieler Mails, Anrufe und Hinweise dann demonstrativ desinteressiert. Das ist unfair, unausgewogen, unsachlich, einseitig abhängig und nicht objektiv.

    Es entsteht der Eindruck, dass Fleischverzehr generell nicht zu rechtfertigen ist und viel Leid, Naturzerstörung und Klimazerstörung mit sich bringt. Warum so generell nichts daran stimmt und durch einen maßvoller Fleischverzehr aus agrarökologischer extensiver Wiesen- und Weidehaltung sehr viel mehr sehr verschiedenen Pflanzen, Tiere und auch Menschen ihr Leben, ihr Wohl und ihren Freiraum erhalten, als ohne ihn, ist u. a. hier begründet:

    https://www.fuehlenunddenken.de/leserbriefe/rechtfertigung-und-legitimierung-des-fleischessens/

    Ich fordere von der ZDF-Redaktion und von Pfahl-Traughber eine Rechtfertigung dafür, warum sie Fleischverzehr und Tierhaltung so pauschal verurteilen und ablehnen (lassen). Eine solche en vogue gewordene Stimmungsmache richtet sich gegen Vitalität, Freiheit, Wohl und Leben einer sehr hohen Anzahl wilder und nichtwilder Pflanzen und Tiere.

    Es ist allein durch meine Website vielfach dokumentiert, dass Veganerinnen und Veganer wie Friederike Schmitz, Hilal Sezgin, Mai Klosterhalfen oder Armin Pfahl Traughber, der Anschein ihrer ethischen und moralischen Überlegenheit wichtiger sind als Leben, Wohl und Freiraum einer so großen Anzahl und Vielfalt an Tieren und Pflanzen – vergl. a.: Entlassen in Verarmung, Verödung und Leblosigkeit – Zuletzt hat auch Pfahl-Traughber lieber sich formaljuristisch beraten lassen um ja nicht auf meine zahlreichen Hinweise eingehen zu brauchen: vergl. Mail-Verkehr …

  2. Ich habe unter meinen Facebook-Kontakten öfters grausame Videos aus der Massentierhaltung gefunden. Dieselben Leute reagieren aber gar nicht, wenn ich Bilder von glücklichen Weidetieren einstelle. So etwas verdirbt mir den Spaß, mit Veganern zu kommunizieren. Natürlich lösche ich solche Leute früher oder später aus meinen Kontakten.

    Das Ausschließen von Grausamkeit gegen Tiere nehmen leider nicht alle Veganer so ernst. Etliche essen Palmöl und tragen damit zur Ausrottung von Orang-Utans und anderen Tieren bei. Ich habe schon in Facebook einen Link gefunden über „cruelty-free food“. Da wurde Butter als grausam dargestellt, Margarine aus Palmöl aber nicht. Was soll ich mit solchen Leuten anfangen? Endlich zugeben, dass ich grausam bin, weil ich Kühe, Ziegen und Büffel melke und Palmöl meide?

    Dass es Veganern meist mehr um ihre moralische Überlegenheit geht als ums Wohl der Tiere, entspricht auch meiner Erfahrung. Natürlich kann man das nie verallgemeinern. Aber die Tendenz habe ich beobachtet. Es muss ja seine Gründe haben, dass viele Veganer anderen ungefragt von ihrer snobistischen Ernährung erzählen. Oft geht es ja überhaupt Tierschützern mehr um ihre Probleme mit Menschen, die sie rationalisieren wollen, als um das Wohl der Tiere.

    Aber ich habe auch mal das Folgende erlebt: Auf einem Markt habe ich mich mit einer jungen Frau unterhalten. Ich habe ihr auch davon erzählt, dass ich Käse mache. Sie hörte interessiert zu. Nachdem wir uns ein paarmal schön unterhalten hatten, erzählte sie mir, weil es sich aus dem Gespräch ergab, dass sie Veganerin ist. Das überraschte mich. Sie verkaufte Produkte aus verfilzter Wolle. Radikale Veganer nutzen ja auch keine Wolle. Sie machte keinerlei Anstalten, sich überlegen zu fühlen wegen ihrer defizitären Ernährung, bei der sie auch mal Kompromisse zulässt. Bleich sah sie dennoch aus. Aber zum Teil mag das ihrer Natur entsprechen.

    Ein Problem bei der Kritik am Veganismus ist, dass fast jeder Mensch nette Veganer kennt und mit deren Erwähnung die Veganismuskritik abschmettert. Natürlich gibt es nette Veganer. Das Problem sind ja auch gar nicht die einzelnen Veganer. Das Problem ist die gesamte kommerzialisierte Bewegung. Und die unterwandert in erster Linie die Umweltbewegung und raubt der biologischen Viehhaltung und der Extensivweidewirtschaft Kunden, kaum aber der Massentierhaltung. Die meisten Veganer sind ja – zumindest nach meiner Einschätzung – eher potenzielle Kunden ökologisch zu fördernder Viehhaltung als potenzielle Massentierhaltungskunden. Wenn die Veganismusbewegung in anderen Kreisen aktiv wäre, um unter den Massentierhaltungskunden Adepten zu rekrutieren, und die Kunden alternativer Tierhaltungsformen in Ruhe ließe, würde ich diese Bewegung sehr begrüßen. Aber solange sie die Umweltbewegung unterwandert und eben fast nur der ökologisch wertvollen Viehwirtschaft Kunden raubt, sehe ich sie als bedrohlich an.

    Auch die Aufforderung, weniger Fleisch zu essen, ist ja an sich völlig richtig, aber sie kann kontraproduktiv sein, wenn sie hauptsächlich diejenigen Menschen erreicht, die sowieso nur Fleisch aus ökologisch wertvoller Viehhaltung essen.

    Nach deiner Mitteilung über die Unterwanderung von Greenpeace durch den Veganismus habe ich Greenpeace Spanien angeschrieben und um eine Stellungnahme zur Weidehaltung gebeten. Ich bekam eine Antwort mit einem durchaus befriedigenden Link: Ihr Ziel ist: Weg von der Massentierhaltung, hin zu kleineren Viehhaltungsbetrieben. So zahle ich denn weiterhin meine monatliche Unterstützung.

    Viele Grüße aus Transkarpatien http://mitfreudeselbermachen.info/wasserbueffel/

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