Peak Car

In Raserei zu kollektivem Stillstand

„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, … „ Es scheint gute Gründe zu geben, die Bemerkung Albert Einsteins ziemlich ernst zu nehmen. Kurz gesagt können wir den intelligent nennen, der fähig ist, alle möglichen Probleme zu lösen, egal ob sie nun mathematischer, zwischenmenschlicher oder verkehrstechnischer Art sind. Schon eher blöde aber noch harmlos ist, wer Probleme nicht lösen kann, doch aber zumindest keine, oder wenigstens kaum neue schafft. Ihm geben wir nur eine niedrigen Intelligenzquotienten. Schon gar nicht mehr harmlos ist, wer sich selbst und andere über Probleme täuscht, gerade weil diese auch deswegen immer größer, immer brutaler und offensichtlicher werden und immer mehr Opfer fordern, sein IQ müssten wir demnach schon weit im Negativen markieren: Einsicht und Lösungsmöglichkeiten bleiben immer weiter zurück, werden immer unzugänglicher, ja buchstäblich zubetoniert. Wir rasen schließlich längst weit Richtung unendliche Dummheit, wenn wir maßgeblich teilnehmen an Blockaden, Eskalationen und Lügen, deren Wirkung an Zerstörung, Leid und Tod, unsere zeitlichen und räumliche Wahrnehmung bzw. potentielle Verantwortung, in ebenso unüberschaubarem Ausmaße sprengen. Verstehen wir sicher zu Recht unter Wirtschaft und Ökonomie so etwas wie „maßvolle Verhältnismäßigkeit“, so wird tatsächlich unter ihren Hüllen eine immer effizientere Verschwendung, Zerstörung und Überproduktion betrieben. Am weitesten fortgeschritten und am markantesten ist dieser Widersinn bei dem, was ich Peak Car nennen will.

Mobilität und Verkehr bilden und prägen absolut notwendig und essentiell die Lebensqualität eines Landes, einer ländlichen Region, oder einer Metropole und zwar sowohl für sich gesehen, als auch durch ihre Auswirkungen auf alle anderen Lebensbereiche. Dabei ist nicht schwer zu sagen, wie eine Mobilität zu sein hat, die eine echte und hohe Lebensqualität zu erzeugen vermag und Teil von ihr ist: Jede und Jeder soll sich möglichst autonom und individuell, ohne Einschränkung, Unfallrisiko, Stress und Lärm bewegen (lassen) können, sei es mit bestimmtem Ziel oder unbestimmter zum Spazieren, Spielen oder Sport treiben und zwar ganz oder weitgehend ohne(!) andere einzuschränken, zu gefährden, oder sonst irgendwie zu schädigen. Eine solche Mobilität kann Spiel sein, je nach dem Zeit zum Lesen, zum Entspannen und Arbeiten geben, oder Bewegungsmangel ausgleichen. Mit Jeder und Jedem meine ich dabei nicht nur auch, sondern ganz besonders jene, die von einer solchen Mobilität weitgehend oder vollständig ausgeschlossen werden, also Kinder und Menschen mit Behinderungen. Wenn auch Kinder auf Straßen wieder den Raum und die Sicherheit vorfinden um (weitgehend) frei und autonom sich bewegen und spielen zu können, ist das die unumgänglichste Vorraussetzung dafür, mit Recht von individuell und gerecht zugänglicher und autonomer Mobilität reden zu können. Dennoch hat nach dem Vorbild maßloser Dummheit gerade die Industrie, welche diese Qualitäten am effektivsten verhindert und unmöglich macht es geschafft, ihre Lüge von Automobilität und Individualverkehr durch ihr Produkt zu etablieren. So leicht wir jedoch durch erheblich weniger Stauzeugs, erheblich mehr Freiheit, Bewegung, Unversehrtheit, sowie Ruhe, Raum, Fläche und Grün gewinnen können, so sehr wird es all das noch viel weiter einschränken und zerstören, wenn wir die dumme und dreiste Lüge vom „Automobil“ als Garant von Freiheit und Wohlstand als ganz normalen Wahnsinn hinnehmen. Selbst ein wenig Selbstachtung und Rücksicht auf Mensch und Natur aber muss uns zum Anlass werden gegen das vorzugehen, was in dieser Maßlosigkeit längst zum stumpfsinnigen Exzess und zur stinknormale Raserei geworden ist. Peak Car ist nicht nur erreicht, sondern längst weit überschritten:

So wie die Ölförderung durch zur Neige gehende Vorkommen immer aufwendiger, risikoreicher und Natur zerstörender wird, und der steigender Nachfrage schließlich hinterherhinken muss (peak oil), so ist der Aufwand, um Autofahrern eine relative Mobilität und einen Stehplatz zu ermöglichen, längst in gleicher Weise völlig unverhältnismäßig: Die Grenze unter der Autos mit einem akzeptablen Aufwand zur Mobilität beitragen könnten, und nicht im Gegenteil Stau, Behinderung, Asphaltverwüstung und Unfälle verursachen („peak car“), ist längst überschritten!
In einer rasenden Entwicklung ist das Automobil in 125 Jahren zum allgemeingefährlichen Staumittel geworden. Bezogen auf die gesamte Bevölkerung werden Stauzeuge nie eine relevante Masse mobil machen können. In Deutschland nicht und weltweit schon gar nicht: Die Bahn macht mobil, der ÖPNV macht mobil, Fahrräder machen mobil, zu Fuß gehen macht mobil, Autos machen Stau! Nur erstere haben das Potential in einer globalisierten Welt eine gerechte Mobilität zu ermöglichen:
Eine schnell anwachsende Weltbevölkerung von 7 Milliarden Menschen

  • + eine rasante Urbanisierung, nach welcher seit 2007 erstmals mehr Menschen in Städten leben als auf dem Lande
  • + ein exorbitantes Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern samt deren Übernahme unserer Lebensweise
  • = die definitive Untauglichkeit des Autos als Massenverkehrsmittel!

Wolfgang Roth formuliert es in der SZ so:
„Das Auto der Zukunft fährt vielleicht mit Wasserstoff und wird von intelligenten Verkehrsleitsystemen in Verbindung mit dem Navigationsgerät genau dorthin gelotst, wo momentan gerade Parkraum frei und ein Verkehrsweg wenig frequentiert ist. Automatische Abstandshalter verhindern Auffahrunfälle, und: Möglicherweise sind die Deutschen irgendwann bei Sinnen und befürworten sogar ein Tempolimit auf Autobahnen. Einen Zugewinn an Mobilität aber, das ist die einfache Wahrheit, wird es nur geben, wenn weniger Autos unterwegs sind.“

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41 Antworten auf Peak Car

  1. Bernhard sagt:

    „Stürzt irgendwo ein Passagierflugzeug ab, so wird es weltweit in den Medien thematisiert, oft wochenlang. Wie auch bei einem Bussunglück oder das ICE-Unglück von Eschede mit 100 Toten. Politiker erscheinen am Unglücksort, die Angehörigen erfahren Anteilnahme und Mitgefühl und eine lang andauernde Debatte über Sicherheitstechnik setzt ein. Das sehr viel höhere Risiko und die sehr viel höheren Opferzahlen durch den Autoverkehr, werden dagegen buchstäblich totgeschwiegen.“ http://www.fuehlenunddenken.de/2012/03/23/mut-statt-wut/

    Ausgehend von dem Motto „Deutschlandfunk. Alles von Relevanz.“ stellte ich dem Sender am Telefon folgende Frage: Warum auch Ihr Sender entsprechend der ungleich höheren Zahl von Toten, Verletzten und Schwerverletzten durch Autos, nicht viel mehr, explizit und ausführlich von ihnen berichtet an Stelle genau umgekehrt fast nur von den viel niedrigeren Opferzahlen durch Flugzeuge, Züge und Busse zu senden und zu schreiben. Warum sind diese Opfer auch für den Deutschlandfunk offenbar so viel weniger relevant?

  2. „Es geht darum, dass wir wesentliche Dinge der Weltgeschichte aufzeigen und auch kritisch hinterfragen. Und wenn wir schlimme Unfälle haben, schlimme Ereignisse, Naturereignisse wie z. B. in Bad Aibling oder auch andere Dinge wie in Taiwan wo ein Erdbeben war wo das Hochhaus umkippte, diese Dinge sind deswegen so relevant, weil sie in einem sehr kurzen Zeitraum leider sehr viel Menschenleben kosten und sich damit gleich dir Frage stellt, wieso ist das passiert und was hätte man möglicherweise davor dagegen unternehmen können. Man hätte das Hochhaus natürlich ganz anders bauen können, damit es nicht bei jedem Erdbeben umkippt und man hätte natürlich auch noch mal überlegen müssen wie in Bad Aiblingen wie die Zugverkehrbeeinflussung war, bzw. es war ja wahrscheinlich menschliches Versagen. Diese Themen sind deswegen für die Hörerinnen und Hörer wichtig, weil sie tagesaktuell gerne informiert sein wollen. Wenn Sie uns jetzt fragen, warum berichtet ihr nicht von den 3 1/2 Tausend Verkehrstoten im Jahr dann ist das in sofern schwierig, weil man müsste ja fast jeden Tag einen kleinen Bericht darüber machen, wie viel Menschen leider wieder auf Deutschlands Straßen ihr Leben haben lassen müssen. Gleichzeitig ist es eigentlich unmöglich diese Sendezeit aufzubringen deswegen machen wir das indem wir in den entsprechenden Sendungen in regelmäßigen Abständen auf diese Zusammenhänge hinweisen: Z. B. zum Thema Verkehrstelematik oder Verkehrsbeinflussung oder sicheres Fahren und anderes mehr – am Beispiel Verkehrstote und andere Medien machen das auch so. Z. B. haben viele Zeitungen Supplements oder eine Autoseite wo es auch darum geht die Autos sicherere zu machen bzw. ein anderes Fahren an den Tag zu legen, eine andere Art Auto zu fahren, defensiv, rücksichtsvoller, manchmal auch langsamer.“

  3. Bernhard sagt:

    „Ja, ich habe gehört und gelesen wie viel Sie berichten über das Unglück in Bad Aibling und was daraus auch sicherheitstechnisch für Konsequenzen folgen müssen – was waren die Ursachen und wie kann es in Zukunft verhindert werden. Über die sehr viel höhere Zahl von Toten und Schwerverletzten durch den Autoverkehr berichten Sie im Vergleich dazu allerdings so gut wie überhaupt nicht. Sie können natürlich nicht jeden Tag über die vielen Opfer des Autoverkehrs berichten, das ist mir klar. Ich halte es aber für eine Ausrede, wenn daraus für Sie folgt, dass Sie diese Thema deswegen so vollständig vernachlässigen können. Als professioneller und öffentlich-rechtlicher Sender haben Sie die Mittel und auch die Verpflichtung solche in Bezug auf Leben und Unversehrtheit von Menschen ungemein relevanten Themen in regelmäßigen Abständen zu einem Ihrer Schwerpunkte zu machen. Ich halte es für einen Skandal, dass es in den etablierten Medien so systematisch totgeschwiegen wird. Und Sie machen das bisher auch!“

  4. „Ich kann Ihre Anregung ja mal weitergeben in die Redaktion. Ich versuche es mal.“

    • Bernhard sagt:

      „Da steckt ein Riesen Problem dahinter. Fahren Sie mit dem Bus und leiten Sie den Verkehr auf die Schiene um, so haben Sie sofort viel weniger Opfer. Ich meine, dass auch Ihre Berichterstattung über ein Unglück wie in Bad Aibling völlig angemessen und richtig ist, demgegenüber die sehr viel höheren Opferzahlen durch den Autoverkehr so zu vernachlässigen, finde ich allerdings unerträglich. Es entsteht ein völlig verzerrtes Bild von den häufigsten und viel wesentlicheren Gefahren und Risiken für Leib und Leben und es verhindert, dass Politik und Gesellschaft sich damit konfrontieren und sehr viele Menschen vor schweren Verletzungen und dem Unfalltot bewahrt werden.“

  5. Bernhard sagt:

    Was meint der VCD (https://www.vcd.org/) zur Frage, warum gerade in deutschen Medien entsprechend der ungleich höheren Zahl von Toten, Verletzten und Schwerverletzen durch Autos, nicht viel mehr, explizit und ausführlich von ihnen berichtet wird, sondern genau umgekehrt, fast nur von den viel niedrigeren Opferzahlen durch Flugzeuge, Züge und Busse?

    • Vielleicht ist es – das ist sicherlich das Negative daran – zu so einer Gewohnheit geworden, dass es nicht zu so einer großen Nachricht reicht, es löst nicht so eine große Welle aus, dass dann Politik und Experten handeln und sagen, wie müssen etwas dagegen tun und Maßnahmen ergreifen, damit weniger Menschen im Straßenverkehr ums Leben kommen. Es wird sicherlich zu wenig darauf reagiert.

  6. Bernhard sagt:

    Fakt ist, dass z. B. auf der Seite vom Deutschlandfunk nur ein Eintrag zur Jahresbilanz von Verletzten und Toten durch den Autoverkehr zu finden ist: „Mehr als 3.400 Opfer im Jahr“ und dann 6 Zeilen Text und das war’s. Im Vergleich dazu wird über das Zugunglück in Bad Aibling, wo glaube ich 11 Menschen ums Leben kamen, viel ausführlicher berichtet. Es ist eine viel größere Anteilnahme von Politikern, welche am Unglücksort erscheinen. „Bayern trauert“ wie es auf der DLF-Seite heißt. Die sehr viel höheren Opferzahlen durch den Autoverkehr, werden demgegenüber einfach totgeschwiegen, das gibt ein völlig verzerrtes Bild, weil es viel besser ist sich in einen Bus oder Zug zusetzten um sich selbst und andere Menschen viel weniger zu gefährden!

    • Im Straßenverkehr passieren immer wieder die Unfälle, aber da fehlt die Aufmerksamkeit. Deswegen versuchen wir immer wieder darauf hinzuweisen, dass das nicht totgeschwiegen werden darf! Es wird davon geredet und es gibt Plakatkampagnen mit Vision Zero z. B. aber das ist viel zu wenig, es ist keine wirksame Maßnahme um Unfälle zu vermeiden. Das merken wir auch, dass die Aufmerksamkeit hier nicht so groß ist. An der Stelle können wir auch nur immer wieder versuchen die Menschen zu sensibilisieren und auf Veränderungen im Straßenverkehr hinzuwirken. Wir brauchen Veränderungen in der Infrastruktur und wir brauchen ein Tempolimit weil es die wirksamste Maßnahme ist um Unfälle zu vermeiden. Es ist aber in dem Autoland Deutschland schwierig, weil auch die Politik Angst hat bei Wahlen dieses Thema Tempolimit aus der Tabuzone zu hohlen.

  7. Bernhard sagt:

    Würden Sie der Aussage zustimmen, dass es einen Zugewinn an Mobilität nur durch weniger Autos geben kann?

  8. Bernhard sagt:

    … dann würde es mehr Mobilität und weniger Verletzte und Tote geben, dem würden Sie zustimmen?

  9. Wenn viele Menschen auf ein Mal in Bad Aibling sterben, warum wir dann darüber so intensiv berichten und dagegen viel weniger über die sehr viel mehr Menschen, die übers Jahr durch den Autoverkehr umkommen und schwer verletzt werden. Das ist Ihre Frage. Das hängt damit zusammen, dass die Aufgabe einer Nachrichtenredaktion nicht ist den Alltag in Deutschland 1 zu 1 abzubilden, das würde uns ja schnell völlig überfordern. Viel gehört ja auch zur unmittelbaren Erfahrungswelt der Menschen, dass jeden Tag Menschen in Supermärkte gehen, dass jeden Tag viele Sachen passieren, dass es jeden Tag zu Verkehrsunfällen kommt, das dürfen wir als gesichert voraussetzten. Wenn aber das Besondere passiert, was eine Nachrichtenmeldung ist, dann berichten wir etwas mehr darüber wenn Politiker diskutieren, der Bundestag und die Ausschüsse tagen. Das können wir ja alles gar nicht mehr abbilden und würden wir es abbilden, würden wir eigentlich auch gar nichts mehr abbilden, weil dann kein Informationsrelief mehr zustande kommt. Wenn aber ein Politiker auf einen Missstand hinweist oder eine Politikerin eine relevante Forderung erhebt, dann berichten wir eben über das Aktuelle und Besondere.

    Wenn jetzt ein Zugunglück passiert wo auf einen Schlag 10 oder 15 Menschen sterben, dann berichten wir darüber weil die Erwartung in der Bevölkerung eigentlich ist, dass die Bahn ein relativ sicheres Verkehrsmittel ist auch sicherer als der Straßenverkehr, dann wird diese Erwartung, diese Annahme bei den Menschen erschüttert. Millionen Menschen, die täglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, oder die sich auch auf Fernreisen begeben. Wenn dann so was außergewöhnliches passiert, was sind die Hintergründe „das interessiert mich dann“. Ich glaube, dass die Risiken und Gefahren die vom Autoverkehr ausgehen einfach sehr gut bekannt sind, das ist im normalen Alltag den Menschen in Deutschland einfach sehr präsent. Wenn Sie jetzt nachfragen, warum meldet ihr nicht jeden Verkehrsunfall …

  10. aber wie kommen Sie darauf …

  11. Bernhard sagt:

    es sterben täglich fast 10 Menschen durch Autos; täglich! …

    • Es geht um die Gesellschaft, da müssen Sie mit Psychologen reden, da müssen Sie fragen warum die Gesellschaft so gleichgültig ist. Das ist kein Vorhalt, den Sie den Medien machen können. So, und dann würde es auch heißen „Bayern trauert“, wenn in Bayern das passiert, oder in Sachsen würde der sächsische Ministerpräsident zu Unfallstelle kommen. Vergessen Sie bitte auch nicht; wir berichten täglich mit den Staumeldungen 24 Stunden von diesem Thema, das zieht sich wie ein roter Faden durch unser Programm.

      • Bernhard sagt:

        Aber es ist nie dieses, dass es schockierend ist, oder dass es eigentlich nie zur Normalität gehören dürfte, davon ist nie die Rede. Die Verkehrsmeldungen, das sind eben die Staus und Sie sagen dann auch, dass da ein Unfall passiert ist, ob da aber Jemand umgekommen ist oder verletzt worden ist, sagen Sie nicht und das wäre wahrscheinlich auch keine gute Methode, aber es gibt natürlich journalistische Mittel, mit dem Thema umzugehen und das wurde früher auch gemacht, dass ab und zu …

        • wir dürfen darüber auch nicht berichten, da gibt es Persönlichkeitsrechte und da gibt es vielleicht Gründe, da ist vielleicht jemand übermüdet gewesen, oder wie auch immer, da muss erst mal jemand, da müssen die Rechte gewahrt werden, da muss erst ermittelt werden, …

  12. es gibt ja nur zwei Möglichkeiten, …

    • Bernhard sagt:

      Nein! Es gibt journalistisch sehr viele Möglichkeiten, eine kreative Redaktion wie die Ihre kann natürlich Mittel finden und das wurde früher auch gemacht, in persönlicher oder auch nicht persönlicher Weise, in allgemeiner oder grundsätzlicher Form darüber berichtet, was Unfälle am effektivsten verhindern würde und das wäre z. B. Ein Tempolimit und die Verlagerung des Verkehrs weg vom Auto hin zum ÖV und Fuß- und Radverkehr! Und das machen Sie nicht.

  13. Doch, das haben wir in ganz vielen Sendungen drin …

    • Bernhard sagt:

      Nein, also auch am Beispiel von Bad Aibling haben Sie sofort viel und lange berichtet, dass können Sie auf Ihrer Seite nachlesen und über die jährliche Verkehrsunfallstatistik die jetzt raus kam, das war ein Fünfzeiler und in den Nachrichten war es auch nur viel kürzer …

      • Sie schauen auf diese Thema mit einem durchaus berechtigten mir sehr sympathischen – … Wenn ich persönlich darüber berichten würde, dann würden Sie sich möglicherweise sehr wundern, dass ich sehr viele Ihrer sagen wir mal sehr emotionalen Zugänge zum Verkehr teile, aber das kriegen wir hier nicht hin. Wir haben über Bad Aibling berichtet, weil es für die Gesellschaft ein wichtiger Vorfall war, weil 12 Menschen auf einen Schlag starben. Das würden wir auch tun, wenn es in einer Fabrik einen Unfall geben würde oder in einem Kraftwerk, das ist der Grund, warum wir darüber berichten. Ich glaube Ihre Perspektive, dass Sie sich, … was Ihre freien Wahl ist, was sicher auch eine gute Sache ist, wird bei Ihnen in diesem Punkt möglicherweise zu einer Wahrnehmungsverzerrung. Der Grund über Bad Aibling war nicht, über Verkehrssicherheit zu sprechen, der Grund ist, das 12 Menschen umgekommen sind, das würden wir auch tun, wenn 12 Menschen in Syrien bei einem Anschlag um kämen. Wenn viele Menschen auf einen Schlag sterben, dann ist das für eine Gesellschaft eine Information, die verunsichert, die aufgeklärt, wo es Information gegeben muss …

        • Bernhard sagt:

          Das stimmt nicht! Das ist faktisch nicht richtig, ich erinnere mich an ihre Sprecherin, das steht auch auf ihrer Seite so, dass natürlich nach Konsequenzen gefragt wird, Ihre Journalisten haben danach gefragt und Sie haben natürlich darüber berichtet! Die Debatte darüber wie das passieren konnte, die hat eingesetzt und Sie und Ihr Sender haben sich auch daran beteiligt. Aber sagen Sie mir doch mal, wann das letzte Mal über ein Tempolimit berichtet wurde, als sehr wirksame Maßnahme um noch viel mehr tödliche Unfälle zu verhindern. Diese Debatte müsste sofort einsetzen im Interesse dieser Menschen, die umkommen und verletzt werden und sich dadurch ja auch nicht so repräsentieren können, das wäre Ihre Aufgabe darüber zu berichten, mindesten mit dem gleichen, oder mit noch mehr Nachdruck zu berichten …

  14. Bernhard sagt:

    aber wo denn, wann denn?!

  15. Wir haben die politische Diskussion über Tempolimit, außerdem, ich bin kein Experte, ich sage ihnen ganz ehrlich, ich persönlich fahre so gut wie nie mehr über die Autobahn, ich habe da keine Lust mehr drauf aber die Debatte über das Tempolimit bezieht sich gesellschaftlich vor allem auf die Autobahn. Sie wissen aber auch, dass die Verkehrstoten …

  16. Bernhard sagt:

    Im Vergleich zu einem Bus- oder Zugunglück, schweigt sich auch der Deutschlandfunk über Tote und Verletzte durch den Autoverkehr so gut wie vollständig aus. Obwohl die Opferzahlen hier sehr viel höher sind und verglw. leicht durch ein Tempolimit und die Verlagerung des Verkehrs weg von Auto hin zum ÖV, zur Bahn und zum Fuß- und Radverkehr zu mindern wären, ist das für den Deutschlandfunk nicht relevant und keiner Berichterstattung wert. Auch der Deutschlandfunk missachtet damit Ziffer 1 des Pressekodex, widerspricht seiner Selbstwerbung „Alles von Relevanz“ und verindert eine Debatte über notwendige Konsequenzen: Schon dem Begriff bzw. ihrer gewöhlichen Anwendung nach sind „Automobil“ oder „Individualverkehr“ Lügen und Verzerrungen. Kein anderer Faktor als die so bezeichneten, verhindert effektiver autonome Mobilität und Individuellen Verkehr. Mit der Verhinderung der überaus hohen Zahl von Opfern durch weniger „Autos“ und mehr ÖV, Fuß und Radverkehr, würden wir also gleichzeitig viel mehr Mobilität, Individualität, Autonomie sowie Grün, Ruhe, Raum und Stressfreiheit gewinnen. Ich fordere auch den Deutschlandfunk erneut auf das zu thematisieren.

  17. Bernhard sagt:

    An die Redaktion von Der Freitag:

    Schockierend finde ich, dass sich vor allem auch in der Deutschen Medienlandschaft niemand interessiert für den allergrößten Teil von Verkehrstoten und Verletzten, die nicht durch Flugzeuge, Züge oder Busse umkommen, sondern durch PKW. Diese aber ermöglichen in der Summe nicht autonome Mobilität und individuellen Verkehr, sondern verhindern sie viel mehr. Durch PKW kommen weltweit mehr Menschen um und werden verletzt und krank, als insgesamt durch Gewalt und Krieg. Obwohl natürlich auch Sie als Journalisten den Grundrechten aus Würde, Freiheit, Leben und körperlicher Unversehrtheit verpflichtet sind (und nochmals explizit durch den Pressekodex) beisst auch Ihre Redaktion ganze fest die Zähne aufeinander, hält sich die Ohren zu und verschließt die Augen angesichts von Hinweisen auf eine solch unerträgliche Ignoranz und Missachtung von Opfern der Raserei und des Größenwahns: Mut statt Wut, Peak Car & Berichterstattung über Verkehrstote.

    Kurzerhand habe ich meine Probeabo des Freitag gekündigt, weil sich gleich auf der ersten Seite ein Text von Claus Leggewie fand. Vor Jahren hat der Herr Professor ein Buch geschrieben (Mut statt Wut) und auf eine gleich lautenden Internetseite zur Diskussion gestellt. Dies Angebot aber war offensichtlich substanzlos und geheuchelt. Auf meine Kritik an seinem ist er trotz Briefen und zahlreicher Mails nicht eingegangen. Auch er zeigte schon damals für eine wehrlose Mehrheit von Menschen und die sehr hohe Zahl von Toten und Verletzten durch PKW nur Ignoranz und demonstratives Desinteresse.

    • Lieber Herr Goebel,

      haben Sie dennoch vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
      Ihr Engagement auf dem Gebiet der Verkehrstoten verdient größte Anerkennung. Vielen Dank für Ihren Einsatz zu diesem wichtigen Thema.

      Im Freitag lesen Sie tatsächlich hin und wieder zu diesem Thema. Ein paar der Artikel finden Sie auch online bei Freitag.de, außerdem zahlreiche Community-Beiträge – denn ähnlich wie von Ihnen angeregt, verstehen wir uns ja gerade als Mitmach-Medium, so ermöglichen wir engagierten Bürgerinnen und Bürgern die Mitwirkung durch Veröffentlichungen innerhalb der Freitag-Community; und greifen auch regelmäßig im Blatt darauf zurück.

      Einen Artikel, den ich selbst sehr schätzte, haben wir auch bereits online zur Verfügung gestellt. Vielleicht findet er ja auch Ihr Interesse:
      https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/tod-auf-dem-schulweg

      Mit herzlichen Grüßen
      Andreas Bednarek

      • Bernhard sagt:

        Lieber Andreas Bednarek,

        vielen Dank für Ihre Antwort. Wenn ich im September nach Hamburg zurückkehre, werde ich gern wieder mal sehen, was Ihre Zeitung so zu bieten hat. Sie wissen, dass Sie aus Gründen der Menschenwürde als Angehöriger des „Deutschen Volkes“ sich zu „unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten und zu Frieden und Gerechtigkeit in der Welt“ bekennen. Der Pressekodex greift das in Ziffer 1 auf und unterstreicht ergänzend ein oberstes Gebot der wahrhaftigen Unterrichtung der Öffentlichkeit. Leib, Leben und körperliche Unversehrtheit sind in einem Land wie Deutschland und mehr noch weltweit an erster Stelle durch PKW-Unfälle und durch ihn verursachten Feinstaub bedroht und zwar ohne dass faktisch ein Mehr an Verkehr und Mobilität für die Allgemeinheit gewonnen würde. Es ist viel mehr so, dass kein anderer Faktor als das was Automobil und Individualverkehr genannt wird, individuellen Verkehr und autonome Mobilität verhindert und unmöglich macht. Weniger Stauzeugs und mehr ÖV, Fuß- und Radverkehr, würden leicht ein vielfaches an Mobilität, Autonomie, Ruhe, Grün, Sauberkeit der Luft, Unversehrtheit und Raum ermöglichen.

        Selbst wenn der Freitag entgegen den etablierten Medien diese absolut trivialen Einsichten und Folgerungen vereinzelt thematisiert hätte (und ich glaube nicht, dass das der Fall ist!), würde das in keinem Verhältnis zur objektiven Relevanz der durch PKW-Industrie und Fahrer veräußerte und verletzte Grundrechte auf Würde, Leben, Freiheit und Unversehrtheit, stehen. Der von Ihnen verlinkte Artikel ist ganz sicher viel eine seltene Ausnahme. Auch Sie berichten viel mehr und ausführlich über Opfer durch Krieg, Terror, Gewalt und wenn Menschen in Flugzeugen, Bussen und Zügen verunglücken, obwohl hier die Opfer vor allem was die zwei letzt genannten betrifft, sehr viel niedriger sind.

        Ich fordere auch die Redaktion von der Freitag auf, gemäß seiner Relevanz über dies Thema wiederkehrend auf der Titelseite, in Serien und Leitartikeln zu berichten. Indem Sie das unterlassen, verstoßen Sie gegen die Verfassung und Ihren Pressekodex.

        Wenn Sie meine Arbeit als Blogger wirklich sie große Anerkennung entgegenbringen wollen, so tun Sie es bitte indem Sie in Ihrer Printausgabe oder online auf meinen Beitrag Peak Car hinweisen.

        Ohne inhaltliche Begründung sich einer Schwerpunktsetzung des Themas Tote, Kranke und Schwerverletzte durch PKW zu verweigern, die ihrer Anzahl und Relevanz auch nur annähernd gerecht werden würde, verletzt und veräußert die Grundrechte auf Würde, Freiheit, Leben und Unversehrtheit und verstößt gegen Ihrem Pressekodex. Sie schaden damit der Glaubwürdigkeit und dem Ansehen der Medien (Ziffer 1).

        Nach meiner Auffassung und nach dem was ich im Internet dazu glesen habe, können Sie sich einer Veröffentlichung Ihrer Antworten als unverfälschte Tatsachen und nur Ihre Sozialspäte betreffend, nicht verweigern (BVerfG, NJW 1988, 2889; NJW 1999, 1322). Ihr Inhalt hat weder privaten Charakter im Sinne eines familiären und häuslichen Bereiches, noch stellen sie irgendwie eine besondere künstlerische oder intellektuelle Werkschöpfung dar und sind als solche also auch nicht urheberrechtlich geschützt. Unseren Wortwechsel sehe ich im rechtlichen Schutz der Meinungsfreiheit und Meinungsbildung. Diese stehen laut dem mehrfachen Hinweis des Bundesverfassungsgerichts nicht einmal unter dem Vorbehalt eines öffentlichen Interesses (BVerfG, Beschluss v. 18.02.2010, Az. 1 BvR 2477/08).

        Schreiben Sie mir als Mitarbeiter vom „Meinungsmedium der Freitag“ eine Antwort, so darf ich meines Erachtens davon ausgehen, dass ein öffentlicher Diskurs anhand des Themas nicht nur in Kauf genommen werden muss, sondern von Ihrer Redaktion auch gewollt ist. (Vergl. dazu: „Etwas ungenehmigt zu veröffentlichen, kann durchaus zulässig sein, weil „Privat- und Sozialsphäre nicht absolut geschützt“ seien. Wenn der Urheber der Veröffentlichung „im Wirtschaftsleben oder in der Politik aktiv“ sei und am „Meinungskampf“ teilnehme, müsse er sich „in weitem Umfang der Kritik aussetzen“, so das OLG Stuttgart. Entsprechende Mails zu veröffentlichen, gehöre in den „Bereich des klassischen Enthüllungsjournalismus“, sagt Spiegel-Online-Anwalt Thorsten Feldmann.“ journalist.de)

        Die hohen und sehr hohen Zahlen an Toten, Kranken und Verletzten durch PKW weltweit müssen allein nach Art. 1 GG für die Öffentlichkeit der Bundesrepublik von überragendem Interesse sein. Auch dies erlaubt nach der jüngsten Rechtsprechung die Veröffentlichung Ihrer Antworten (Vergl. dazu ebenfalls Zitatrecht auf journalist.de). Ich fordere Ihre Redaktion erneut auf sich offensiv dem Thema zu stellen und ihm entsprechend seiner Relevanz einen wiederkehrenden Schwerpunkt zu geben. Beachten Sie, dass die übergroße Zahl der Opfer von PKWs weit von jeder Möglichkeit entfernt sind, sich entsprechend ihrer weit überverhältnismäßigen Betroffenheit zu artikulieren, zu protestieren und zu klagen. Nach dem Grundgesetz sind Sie als Journalisten aber gerade ihnen und ihren Grund- und Menschenrechten ganz besonders verpflichtet.

        Mit freundlichen Grüßen von der Binneralpe, Bernhard Goebel

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