Was ist Demokratie?

Demokratie, gr. – Macht des Volkes

Was ist Demokratie – In Zeiten des Klimawandels?! Die wörtliche Bedeutung des Begriffs führt uns unter heutigen Bedingungen bestenfalls zu einem veralteten Verständnis, denn mit „Volk“ ist wohl meist das Kollektiv einer Ethnie oder Nation gemeint. Und von ihm wiederum vor allem nur diejenigen, welche gegenwärtig am Besten im Stande sind, ihre Ziele und Interessen zu artikulieren und durchzusetzen. Im Zuge einer rasenden Entwicklung sprengen wir mit technischen Anwendungen immer noch viel extremer als zuvor lokale und zeitliche Grenzen von Völkern und Generationen. Ein erwachsenes Kollektiv in den reichen und mächtigen Nationen des Planeten setzt so auf Kosten einer globalen, zukünftigen und überwältigenden Mehrheit ihre Interessen durch und verletzt so fortwährend und fundamental ihre Rechte auf Freiheit und Leben.

Verständnis und Umsetzung von Demokratie krankt schon an ihrer Herkunft aus der elitär und patriarchal geprägten Kultur und Philosophie des alten Griechenland. Entgegen der wörtlichen Bedeutung des Begriffs, sind wir nach Maßgabe der Menschenrechte heute mehr den je verpflichtet, das freie und selbstbestimmte Leben eines jeden Einzelnen durchsetzen und zwar meist um so mehr, je weiter sich diese in zeitlicher oder räumlicher Ferne zu einer Gemeinschaft oder Nation befinden. (Siehe auch: „Die Frage nach der Glaubwürdigkeit“ und „Von einer projizierenden Kindererziehung zur eigenen Glaubwürdikeit„)

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Was ist Intelligenz?

intellegere, lat. – einsehen, verstehen.

52 international angesehene Experten einigten sie auf folgende Beschreibung: „Intelligenz ist eine sehr allgemeine geistige Kapazität, welche die Fähigkeit zum schlussfolgernden Denken, zum Planen, zur Problemlösung, zum abstrakten Denken, zum Verständnis komplexer Ideen, zum schnellen Lernen und zum Lernen aus Erfahrung umfasst.“* (Bemerkenswert, dass „abstraktes Denken“ für Intelligenz den Experten von zentraler Bedeutung ist, nicht aber anschauliches Denken.) Aus der Beschreibung folgt u. a., dass wir Menschen schlussendlich nicht intelligent sind, einfach deswegen, weil es uns nicht gelingt unsere Probleme zu lösen, also z. B. den von uns verursachten Klimawandel. Voran geht dieser Unfähigkeit zuerst ein Mangel an Einsicht, für sie ist unumgänglich, dass wir entschlossen und entgegen aller Hindernisse uns beharrlich um Wahrheit und Wirklichkeit bemühen. Erst indem wir uns „nach bestem Gewissen“ immer erneut diesen annähern, schaffen wir notwendige Bedingungen für Problemlösungen. Stattdessen aber missbrauchen wir einen Teil unserer Intelligenz oft und in entscheidenden Fällen dazu, um uns und andere etwa über existentielle Probleme zu täuschen. Unserer Intelligenz fehlt so ihre elementare Grundlage und ihr Niveau sinkt noch unter einen niedrigen IQ ins Negative: Bezeichnen wir schon als dumm, wenn einem jegliches Potential zur Problemlösung fehlt, so muss als noch viel blöder gelten, wenn jemand raffiniert und aufwendig sich und andere über Probleme täuscht. Diese bleiben so nicht einfach nur bestehen, sondern werden darüber hinaus immer unzugänglicher und komplexer – Gerade ein hoher IQ ermöglicht eine besonders raffinierte und aufwendige Täuschung, Entfernung und Entfremdung weg von elementaren Realitäten, Wahrheiten und Lösungen.

Solch ein intelligentes Verblöden ist ebenso verbreitet und manifestiert, wie unsere Probleme komplex und existentiell geworden sind. So hindert z. B. die so denkbar simple Einsicht der „Grenzen des Wachstums“ Menschen nicht daran, Verschwendung und Überfluss immer noch effizienter zu beschleunigen; gleich einer extrem effizienten Ineffizienz. Ein Teil der Logik von Ökonomie wird also sogleich und zuerst dazu missbraucht, diese gegen sich selbst zu richten und ad absurdum zu führen. Einer der extremsten Beispiele dafür ist hierzulande sicher die dumme und dreiste Lüge vom „Automobil“. Wie einfach ist dieser Mythos in seinem Exzess und Wahnsinn zu durchschauen und mit wie viel endloser Energie und Verschwendung wird er desto mehr betrieben und aufrechterhalten (Peak Car).

* “Intelligenz, Begabung, Kreativität” – GEOkompakt Nr. 28

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Fukushima

Die Katastrophe von Fukushima hat ihr Gutes darin, dass uns erneut diese Extremsttechnologie hier und jetzt um die Ohren fliegt. Was nun mit einem Male radioaktiv entweicht und explodiert, wäre ansonsten viel mehr im Verborgenen, langsam, vertuscht und verheimlicht nachkommenden Generationen zugefallen: So wie äußere und innere Sicherheitshüllen zerfallen, so zerfallen die Ausblendungen und Lügen von Managern, Lobbyisten und Politikern , diese Technologie beherrschen und verantworten zu können. Es ist an uns konsequent zu handeln, zu demonstrieren, AKW-Förderer abzuwählen, grüne Stromanbieter zu wählen und anderes mehr. Das was wir an technischen Möglichkeiten anwenden und umsetzen und das, was wir verantworten können, klafft z. Zt. in einem ungeheuren Ungleichgewicht auseinander.

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125 Jahre Automobil

An die Redaktionen:

125 Jahre „Automobil“ muss zum Anlass genommen werden, um „Peak Car!“ zum Thema zu machen. Der Mythos „Automobil“ ist längst zu dummen und dreisten Lüge geworden! Er hat längst in die kollektive Massenverkehrsbehinderung geführt und hunderttausende Menschen verkrüppelt und das Leben gekostet. Werden Sie Ihrer journalistischen Verantwortung gerecht und desavouieren Sie diesen Stumpfsinn, diese Lüge und Verblödung.

Der Wahnsinn in jedem x-beliebigen Irrenhaus ist harmlos gegen den stinknormalen Wahnsinn zwischen Raserei und Stillstand auf den Straßen: Seine Fratze besteht darin, dass die ungeheure Dynamik dieser Exzesse sich hinter einer Fassade von Alltag und Normalität überhaupt erst entwickeln können.

Nur viel zu vereinzelt wird dies in den Medien thematisiert. „Wir leben in einer Kultur, die Ihre Alltagstechnologie erotisiert und verherrlicht – allen voran das Automobil.“ (Salman Rushdie) Der vernichtende und tödliche Kult und Mythos vom Auto ist bedingt durch eine entsprechende Verdrängung auch in den Medien. Es ist ihre ureigene journalistische Aufgabe, dem engagiert und offensiv entgegenzuwirken.

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Todsünde

Wollen wir Sünde nennen, wenn unser Tun und Lassen den Menschen schadet, was Leben, Natur und Liebe misshandelt, missbraucht und zerstört, so haben Kirche, Christentum und andere spirituelle Bewegungen sich in Todsünde vergangen mit ihren übersinnlichen Ansprüchen, mit dem in Verbindung bringen von Sexualität mit Erbsünde, Unreinheit und dem Anspruch der Beherrschung und Unterwerfung. In blöder und eifersüchtiger Verachtung können sie was wunder-bar!, sinnlich und natürlich, Sexualität an lebendiger Vielfalt schöpfen und hervorbringen tut, in kruder Verdrehung nur als nebenbei, unwesentlich, sündhaft, niedrig und unrein wahrnehmen und missachten.

Natur und Leben entstehen aus sich selbst heraus, sind allein selbst religiös, es braucht durchaus nichts Übersinnliches, keinen außer- und übernatürlichen Gott der alle erschaffen hat, schon gar nicht als Herrscher. Sexualität als vielleicht unmittelbarster Nachweis für all das, wird in Neid, Schwäche und Angst missachtet.

Wie unreif, niedrig und primitiv sind doch tatsächlich Sinn, Geist und Empfinden, welche sich verklemmen in solcher Verdrehung!

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Peak Car

In Raserei zu kollektivem Stillstand

„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, … „ Es scheint gute Gründe zu geben, die Bemerkung Albert Einsteins ziemlich ernst zu nehmen. Kurz gesagt können wir den intelligent nennen, der fähig ist, alle möglichen Probleme zu lösen, egal ob sie nun mathematischer, zwischenmenschlicher oder verkehrstechnischer Art sind. Schon eher blöde aber noch harmlos ist, wer Probleme nicht lösen kann, doch aber zumindest keine, oder wenigstens kaum neue schafft. Ihm geben wir nur eine niedrigen Intelligenzquotienten. Schon gar nicht mehr harmlos ist, wer sich selbst und andere über Probleme täuscht, gerade weil diese auch deswegen immer größer, immer brutaler und offensichtlicher werden und immer mehr Opfer fordern, sein IQ müssten wir demnach schon weit im Negativen markieren: Einsicht und Lösungsmöglichkeiten bleiben immer weiter zurück, werden immer unzugänglicher, ja buchstäblich zubetoniert. Wir rasen schließlich längst weit Richtung unendliche Dummheit, wenn wir maßgeblich teilnehmen an Blockaden, Eskalationen und Lügen, deren Wirkung an Zerstörung, Leid und Tod, unsere zeitlichen und räumliche Wahrnehmung bzw. potentielle Verantwortung, in ebenso unüberschaubarem Ausmaße sprengen. Verstehen wir sicher zu Recht unter Wirtschaft und Ökonomie so etwas wie „maßvolle Verhältnismäßigkeit“, so wird tatsächlich unter ihren Hüllen eine immer effizientere Verschwendung, Zerstörung und Überproduktion betrieben. Am weitesten fortgeschritten und am markantesten ist dieser Widersinn bei dem, was ich Peak Car nennen will.

Mobilität und Verkehr bilden und prägen absolut notwendig und essentiell die Lebensqualität eines Landes, einer ländlichen Region, oder einer Metropole und zwar sowohl für sich gesehen, als auch durch ihre Auswirkungen auf alle anderen Lebensbereiche. Dabei ist nicht schwer zu sagen, wie eine Mobilität zu sein hat, die eine echte und hohe Lebensqualität zu erzeugen vermag und Teil von ihr ist: Jede und Jeder soll sich möglichst autonom und individuell, ohne Einschränkung, Unfallrisiko, Stress und Lärm bewegen (lassen) können, sei es mit bestimmtem Ziel oder unbestimmter zum Spazieren, Spielen oder Sport treiben und zwar ganz oder weitgehend ohne(!) andere einzuschränken, zu gefährden, oder sonst irgendwie zu schädigen. Eine solche Mobilität kann Spiel sein, je nach dem Zeit zum Lesen, zum Entspannen und Arbeiten geben, oder Bewegungsmangel ausgleichen. Mit Jeder und Jedem meine ich dabei nicht nur auch, sondern ganz besonders jene, die von einer solchen Mobilität weitgehend oder vollständig ausgeschlossen werden, also Kinder und Menschen mit Behinderungen. Wenn auch Kinder auf Straßen wieder den Raum und die Sicherheit vorfinden um (weitgehend) frei und autonom sich bewegen und spielen zu können, ist das die unumgänglichste Vorraussetzung dafür, mit Recht von individuell und gerecht zugänglicher und autonomer Mobilität reden zu können. Dennoch hat nach dem Vorbild maßloser Dummheit gerade die Industrie, welche diese Qualitäten am effektivsten verhindert und unmöglich macht es geschafft, ihre Lüge von Automobilität und Individualverkehr durch ihr Produkt zu etablieren. So leicht wir jedoch durch erheblich weniger Stauzeugs, erheblich mehr Freiheit, Bewegung, Unversehrtheit, sowie Ruhe, Raum, Fläche und Grün gewinnen können, so sehr wird es all das noch viel weiter einschränken und zerstören, wenn wir die dumme und dreiste Lüge vom „Automobil“ als Garant von Freiheit und Wohlstand als ganz normalen Wahnsinn hinnehmen. Selbst ein wenig Selbstachtung und Rücksicht auf Mensch und Natur aber muss uns zum Anlass werden gegen das vorzugehen, was in dieser Maßlosigkeit längst zum stumpfsinnigen Exzess und zur stinknormale Raserei geworden ist. Peak Car ist nicht nur erreicht, sondern längst weit überschritten:

So wie die Ölförderung durch zur Neige gehende Vorkommen immer aufwendiger, risikoreicher und Natur zerstörender wird, und der steigender Nachfrage schließlich hinterherhinken muss (peak oil), so ist der Aufwand, um Autofahrern eine relative Mobilität und einen Stehplatz zu ermöglichen, längst in gleicher Weise völlig unverhältnismäßig: Die Grenze unter der Autos mit einem akzeptablen Aufwand zur Mobilität beitragen könnten, und nicht im Gegenteil Stau, Behinderung, Asphaltverwüstung und Unfälle verursachen („peak car“), ist längst überschritten!
In einer rasenden Entwicklung ist das Automobil in 125 Jahren zum allgemeingefährlichen Staumittel geworden. Bezogen auf die gesamte Bevölkerung werden Stauzeuge nie eine relevante Masse mobil machen können. In Deutschland nicht und weltweit schon gar nicht: Die Bahn macht mobil, der ÖPNV macht mobil, Fahrräder machen mobil, zu Fuß gehen macht mobil, Autos machen Stau! Nur erstere haben das Potential in einer globalisierten Welt eine gerechte Mobilität zu ermöglichen:
Eine schnell anwachsende Weltbevölkerung von 7 Milliarden Menschen

  • + eine rasante Urbanisierung, nach welcher seit 2007 erstmals mehr Menschen in Städten leben als auf dem Lande
  • + ein exorbitantes Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern samt deren Übernahme unserer Lebensweise
  • = die definitive Untauglichkeit des Autos als Massenverkehrsmittel!

Wolfgang Roth formuliert es in der SZ so:
„Das Auto der Zukunft fährt vielleicht mit Wasserstoff und wird von intelligenten Verkehrsleitsystemen in Verbindung mit dem Navigationsgerät genau dorthin gelotst, wo momentan gerade Parkraum frei und ein Verkehrsweg wenig frequentiert ist. Automatische Abstandshalter verhindern Auffahrunfälle, und: Möglicherweise sind die Deutschen irgendwann bei Sinnen und befürworten sogar ein Tempolimit auf Autobahnen. Einen Zugewinn an Mobilität aber, das ist die einfache Wahrheit, wird es nur geben, wenn weniger Autos unterwegs sind.“

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Der kommende Aufstand

Der kommende Aufstand

(oder Gewaltlosigkeit ist stärker als Gewalt!)

Die Katastrophe kommt nicht, sondern sie ist da! „Wir befinden uns schon jetzt in der Untergangsbewegung einer Zivilisation.“ „Der Aufstand“ allerdings kommt dem Titel des Buches nach erst. Er, als derjenige, scheint dem unsichtbaren Komitee nach noch nicht da zu sein. Warum aber sollte Katastrophe und Untergang einerseits und Aufstand andererseits ihrem Wesen und ihrer Dynamik nach in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft so verschieden sein? Weil Katastrophe und Untergang noch niemals so existentiell und absolut waren, wie sie es jetzt und in naher Zukunft sein werden? Daran glaube ich nicht…

Der Text zeigt in Teilen große Kraft, er konfrontiert mit existentiellen Bedrohungen von Naturzerstörung und mehr noch mit menschlichem Wahnsinn und seiner genauso brüchigen wie aufwendig erhaltenen Normalität als seiner Fassade. Wie ich es verstehe ist der Text ein Versuch, aus dieser Unerträglichkeit auszubrechen und diesem Ausbruch Substanz und Form zu geben. Auch ist er meine ich schon deswegen wichtig und interessant, weil er zeigt, wie sich Menschen der Realität einer existentiellen Bedrohung stellen. Bei allem Widersprüchlichen und bei aller Schwäche, zeigen die Autoren dabei Mut und Aufrichtigkeit – Zwischen dem so unfassbaren und unvergleichlichen Verbrechen des 3. Reiches und heutiger, in ihrer Reichweite nie da gewesenen Zerstörungen von Lebensraum und Lebensgrundlage, neigt unser Bewusstsein dazu abzudrehen und die erstaunlichsten Visionen zu erzeugen, ein bisschen so, wie in einem Nahtodeserlebnis. Mich erinnert der Text an Dostojewskijs Roman Böse Geister: Anarchie, Nihilismus und Erlösung durch Kommunismus und Aufstand. Er (als kommender!), wie überhaupt der Eifer und die vielen „Feinde“ gegenüber einer Minderheit an wirklich autonom Aufständigen, geben dem Text in großen Teilen etwas stark religiöses.

So ordnet das unsichtbare Komitee den ersten Teil seiner Schrift nach Dantes Höllenkreisen und behandelt und streift in einem Reigen u. a. grundlegende Fragen des Ichs, der Autonomie, der Nichtumwelt, des Fremden und selbstverständlich der Arbeit. Das ist faszinierend zu lesen und jeder ist aufgerufen, sich anhand dessen mit existentiellen Lebens- und Überlebensfragen des Menschseins zu konfrontieren. Wer allerdings wie die Autoren dabei so viel verhöhnt und verachtet, für den bleibt nicht mehr viel, er setzt seiner Vision und Aufforderung zum Aufstand zugleich hohe und enge Maßstäbe. Tatsächlich hinterlässt die kursive gedruckte Zukunftsvision der Autoren eher einen schalen Geschmack (Seite 110). In der Klarstellung dann hören die Autoren in den beruhigenden Worten von Politikern „immer klarer das Geräusch der Vorbereitungen eines offenen Krieges.“ (S. 113) Und; „die Restbestände von Aktivisten reichen uns die Hände – um uns besser ersticken zu können mit ihrem Scheitern, mit ihrer Lähmung, mit ihren schwachsinnigen Problemen. … Sie werden nie etwas andere sein, als diejenigen, die uns jedes Mal ein bisschen weiter von der Möglichkeit des Kommunismus entfernen.“ (S. 118) Diese Schimpferei nun hat schon was paranoides und stellt zugleich den Kommunismus als Erlösung vor.

Schwach ist der Text in seiner Gewalttätigkeit, dem „sich im Krieg befinden“ – meist gegen Staat und Polizei. Denn Kern aller Gewalt ist doch fast immer, sich im Zustand von Schwäche stark fühlen zu können. Die Autoren machen sehr gut verständlich, wie man sich in Organisationen und Vereinen aufreiben kann, um schließlich nur seine Kraft und ein Teil seines Lebens vergeudet zu haben. Dass es ihnen „im Krieg“ gegen Staat und Polizei ebenso ergehen wird, entgeht ihnen. Muss ein Staat Polizeigewalt aufwenden um sich, seine Autorität oder sonst was zu behaupten, so zeigt er Schwäche, kann aber durch Gewaltanwendung sich seine Illusion der Stärke bewahren. Je besser man das begreift, desto weniger wird man geneigt sein, in ebensolcher Gewalt und Schwäche zu reagieren und desto effektiver wird die Demonstration und der Protest sein.

Die wichtigste Frage angesichts von Terror, Zerstörung und Wahnsinn, bzw. ihre unerträgliche Maskierung mit Normalität ist sicher, wie wir in all dem unsere Menschlichkeit erlangen und bewahren können. Damit aber befassen sich die Autoren überhaupt nicht. Wem das fehlt, dem will ich den Autor Arno Gruen empfehlen: Seine Bücher „Der Wahnsinn der Normalität“ und „Verrat am Selbst“, ergänzen sehr passend und konstruktiv den „Aufstand“ und erklären zugleich Ursprung und Dynamik des „inneren Terrors“, von welchem auch dieser Essay so geprägt ist.

Exzesse der Einschränkung“ und „Die Fratze des Wahnsinns“ ergänzen gut, was die Autoren einleitend zur „Fassade extremer Normalität“ schreiben: Widersinn und Paradox der sog. „Umwelt“, und „Umweltbewegung“, (S. 53) ist meine ich hiermit gut ergänzt: „Beherrschung als Ergebnis von Schwäche und Entfremdung

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